Sanitäranlage Berliner Schloss
Anlagenbau auf geschichtsträchtigem Boden mitten in Berlins historischer Mitte.
Das Humboldtforum im Berliner Stadtschloss.
Wir befinden uns auf sehr geschichtsträchtigem Boden: Berlins historischer Mitte. Hier stand bis 1950 das Berliner Schloss. Den Oberen der SED war das im 16. Jahrhundert erbaute, vom Krieg schwer gezeichnete Gemäuer ein Dorn im Auge – ein Wiederaufbau kam nicht infrage. Im September 1950 wurde trotz massiver Proteste der Berliner Bevölkerung mit der Sprengung begonnen, im Dezember war das Schloss Geschichte.
In den 1970er Jahren entstand an dieser Stelle der Palast der Republik, im Volksmund auch Erichs Lampenladen genannt. Nach der Wende wurde das Gebäude obsolet, 1990 wegen krebserregender Asbestfasern geschlossen. Der Abriss zog sich von 2006 bis 2009 und stellte die Fachleute – auch wegen der komplizierten Grundwasserbedingungen – vor manche Herausforderung.
Was weg muss, muss weg.
Die Entscheidung für den Wiederaufbau war gefallen, der Grundstein gelegt. So ein Projekt braucht ein solides Fundament: Die Bodenplatte misst 120 bis 150 Zentimeter. Bestandteil dieser Bodenplatte sind sämtliche Schmutzwasserleitungen, millimetergenau zu montieren und mit exaktem Gefälle.
Mit dieser anspruchsvollen Aufgabe wurden wir betraut. Zwischen unterer und oberer Armierung erfolgte die Verlegung der Rohrleitungen, bevor betoniert werden konnte. Da beim Betonieren enorme Kräfte wirken, war größte Sorgfalt gefragt: Wäre eine der insgesamt 1.300 Meter langen Leitungen oder einer der 140 Bodeneinläufe verschoben worden, wäre eine nicht zu kalkulierende Bauverzögerung die Folge gewesen.
Dank der Erfahrung und Kompetenz unserer Mitarbeiter hat alles wie am Schnürchen geklappt – auch, weil wir mit der Vorfertigung vieler Elemente die passende Antwort auf die sehr knapp bemessene Montagezeit fanden.
Hinter der Fassade ein Ort für Bildung, Wissen und Kultur.
Die Forderung nach dem Wiederaufbau war schnell nach der Wende zu hören. Nach nicht enden wollenden Diskussionen stimmte der Bundestag 2002 für den Wiederaufbau der historischen Fassade mit modernem Kern. Im Inneren entstand das Humboldt Forum – ein Ort für Kultur, Kunst und Wissenschaft, an dem das geistige Erbe von Alexander und Wilhelm von Humboldt zugänglich gemacht wird.
Bevor gebaut werden konnte, wurden 30 Architekten zu einem Wettbewerb eingeladen. Nachdem der Entwurf von Prof. Franco Stella als Sieger feststand, wurde der Vertrag wegen Missverständlichkeiten bei den Ausschreibungskriterien für nichtig erklärt und das Verfahren wiederholt. Der Gewinner: Prof. Franco Stella.
