Seit 1922 in Berlin.
Seit 1928 in der Lankwitzer Straße.
Aus einer Klempnerei in Berlin-Südende wurde ein Anlagenbauer mit zehn Gewerken und rund 100 Mitarbeitenden. Geblieben sind der Standort in der Lankwitzer Straße und die Familie an der Spitze.
Warum ein Gründungsjahr etwas über Ihr Projekt sagt.
Eine Anlage wird gebaut, abgenommen – und dann jahrzehntelang gewartet. Wer die Gewährleistung trägt und die Wartung übernimmt, sollte in fünf Jahren noch erreichbar sein. Wir sind seit 1922 in Berlin und seit 1928 in der Lankwitzer Straße. In dieser Zeit haben wir zwei Weltkriege, eine geteilte Stadt und mehrere Wirtschaftskrisen überstanden.
Angefangen haben wir mit Rohrleitungen und Beregnungsanlagen. Dazugekommen sind Sprinkler, Springbrunnen, Kühlwasser, Sanitär, Heizung, Edelstahl, Gas und Elektro – heute zehn Gewerke, die wir alle mit eigenen Leuten ausführen.
Geblieben ist Berlin. Als politisch und wirtschaftlich schwierige Zeiten viele große Betriebe zur Abwanderung bewegten, sind wir geblieben.
Über 100 Jahre in fünf Kapiteln
Zwei Weltkriege, ein Mauerbau, eine Wiedervereinigung – und mittendrin eine Familie, die nie aufgegeben hat.
Der Anfang: eine Klempnerei in Berlin-Südende
Erwin Combé, Sohn eines Klempnermeisters aus Maastricht, gründet seine eigene Firma für Gas-, Wasser- und Lichtanlagen – mit angeschlossenem Ladengeschäft. Der Grundstein für drei Generationen Familienunternehmen ist gelegt.
Zerstört und wieder aufgebaut
Bombenangriffe auf das benachbarte Gaswerk und die Askania-Werke zerstören Werkstatt und Bürohaus. Der Betrieb geht trotzdem weiter – notdürftig, aber unaufhaltsam. Es ist nicht das letzte Mal, dass Combé aus Trümmern neu beginnt.
Der Mauerbau trennt Familien – nicht den Zusammenhalt
Über Nacht verliert die Firma zahlreiche Fachkräfte aus dem Ostteil der Stadt. Der Geschäftsführung gelingt es, mehreren Betriebsangehörigen die Flucht in den Westteil durch die Abwasserkanäle Berlins zu ermöglichen – eine Geschichte, die bis heute erzählt wird.
Der Mauerfall öffnet neue Wege
Mit Hilfe des örtlichen Kommandanten der russischen Armee entstehen in Glau bei Trebbin die Fundamente für einen Zweigbetrieb in Brandenburg. Über Nacht wird aus einer West-Berliner Firma ein Unternehmen mit Blick auf ganz Deutschland.
Auf dem Höhepunkt 380 Mitarbeitende, dazu die erste ISO-Zertifizierung
Combé erreicht die Qualitäts-Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 und beteiligt sich an den Großbaustellen am Potsdamer Platz und im Spreebogen – mittendrin im Wiederaufbau der neuen Hauptstadt.
Die Jahre dazwischen
Das schnell gewachsene Unternehmen verlegt den Firmensitz nach Berlin-Mariendorf in die Lankwitzer Straße 39 – bis heute unser Standort. Das Ladengeschäft wird verkauft, Schwerpunkt der Firmentätigkeit sind nun Klempnerarbeiten und die Herstellung sanitärer Anlagen für Gewerbebetriebe.
Durch Brandstiftung wird das Lokal, in dem sich das provisorische Büro befindet, zerstört. Auf den Ruinen des Betriebssitzes entsteht eine Bürobaracke. Der einzige Sohn, Hubert Combé, beginnt seine Ausbildung und beteiligt sich als Lehrling am Aufbau des Mariendorfer Gaswerkes, der Accumulatorenfabrik Sonnenschein und des Marienfelder Werkes von Daimler-Benz. Erwin Combé wird Obermeister der Innung und für seine Verdienste um das Handwerk vielfach geehrt.
Mit einem Verrechnungssatz von 1,20 DM/Stunde engagiert sich die Firma nach der Währungsreform im dringend notwendigen Industrie- und Wohnungsbau der Stadt. Nach der Berlin-Blockade wird im Herbst 1949 das im Krieg zerstörte Wohn- und Geschäftshaus wieder aufgebaut.
Nach dem Ableben des Firmengründers wird das Unternehmen mit 30 Mitarbeitenden von Hubert Combé fortgeführt. Ihm gelingt es mit einer Spitzenmannschaft qualifizierter Mitarbeiter, die Firma in den folgenden Jahren erfolgreich weiter auszubauen.
Verstärkte Investitionen der Industrie in Berlin erfordern es, Betrieb und Gerätepark zu modernisieren und zu erweitern. In der Lankwitzer Straße entsteht ein neues Bürogebäude, Werkstatt und Lager ziehen in neue Gebäude auf einem erworbenen Grundstück in der Klitzingstraße.
Tiefbauer der Firma verlegen im Auftrag der Berliner Wasserwerke in der Putlitzstraße und der Straße Unter den Eichen Wasserleitungen bis DN 1000. Um die qualifizierten Schweißer auch im Winter beschäftigen zu können, wird eine eigene Heizungsabteilung gegründet.
Der verstärkte Ausbau der Berliner Getränke- und der Chemischen Industrie führt zur Einrichtung einer Edelstahl-Abteilung mit geprüften Schweißern und Monteuren. Das Unternehmen qualifiziert sich für die VDS-Zulassung zum Bau von Sprinkleranlagen und nimmt den ersten Springbrunnen in Betrieb, für den Combé die Brunnentechnik plante und ausführte.
Große Aufträge einer Papierfabrik in Israel ermöglichen die Gründung eines Zweigbetriebes im Industriegebiet von Hadera.
Die seit zehn Jahren anhaltende Rezession in der Baubranche führt zu Umstrukturierungen. Daniel Combé, ein Enkel des Gründers Erwin Combé, betreut die Kundschaft nunmehr mit 80 Mitarbeitenden.
Nahezu 100 Mitarbeitende sorgen dafür, dass die durch den wirtschaftlichen Aufschwung spürbare Auftragszunahme in gewohnter Qualität bewältigt werden kann. Sascha Podubrin und Lars Sack, die bereits seit vielen Jahren im Unternehmen wirken, werden mit der Geschäftsführung betraut.
Hubert Combé, der einzige Sohn des Firmengründers, verstirbt. 1963, zwei Jahre nach dem Mauerbau, hatte er das Unternehmen von seinem Vater übernommen und mit seiner Mannschaft durch schwere Zeiten geführt – mit maßgeblichem Anteil an der Entwicklung des Unternehmens.
Combé wird 100 Jahre alt. Gefeiert wird das Jubiläum drei Tage lang in Hamburg – mit dem gesamten Team, ausgiebig und in einer Stimmung, die eher an ein großes Familientreffen erinnert als an eine Firmenfeier. Ein Erlebnis, das allen in Erinnerung geblieben ist.
Über 100 Mitarbeitende, drei Generationen Geschichte – und weiterhin in Berlin.
