Beregnung und Rohrleitungsbau im Park am Gleisdreieck

Mitwirkung an einem der bekanntesten neuen Grünräume Berlins, auf dem Gelände des historischen U-Bahnhofs von 1912.

Geschichte und Geschichten vom Gleisdreieck.

1912 und 1913 als oberirdischer U-Bahnhof errichtet, stellte das Gleisdreieck die Kreuzung von U1 und U2 dar. Heute verbindet man mit dem Begriff ein Areal von rund 60 Hektar – und seit 2006 den etwa 26 Hektar großen Park am Gleisdreieck.

Nahezu 40 Jahre für die Öffentlichkeit unzugänglich, er- und überlebte das Gelände die verschiedensten städtebaulichen Konzepte, die stets stark verkehrsplanerisch geprägt waren. Autogerechte Lösungen galten als Nonplusultra: Flächennutzungspläne sahen über dem Gleisdreieck sogar eine Kreuzung zweier Stadtautobahnen vor – verhindert von einer Bürgerinitiative. Und 1991 wurde hier eine Magnetschwebebahn in Betrieb genommen und im selben Jahr wieder stillgelegt.

Nachdem das Areal mehrere Jahre als Baulogistikfläche für den Tiergartentunnel und die Neubauprojekte am Potsdamer Platz gedient hatte, wurde die Gestaltung des Parks in Angriff genommen – nach aufwendigen Bürgerbefragungen.

Mit Köpfchen und schwerem Gerät gegen den Dornröschenschlaf.

Wir sind echte Berliner. Obwohl wir seit vielen Jahrzehnten am Berliner Markt tätig sind, war es etwas Besonderes, an der Neugestaltung dieses geschichtsträchtigen Ortes teilhaben zu dürfen. Ursprünglich mit der Beregnungsanlage beauftragt, wurde am Ende die komplette Ver- und Entsorgung daraus: Trinkwasser, Abwasser und die Erneuerung der Gasleitungen für zwei historische Stellwerke.

Wie das so ist mit den Plänen historischer Liegenschaften – vollständig waren sie nicht. So lauerten hier und dort Überraschungen im Boden: alte Gasleitungen und Stromkabel, an denen einst das Bahngelände hing, oder Wasserleitungen, die das Baulogistikzentrum Potsdamer Platz versorgten. Immer wieder stellte sich die Frage: Wo kommt sie her und wo geht sie hin, die Leitung?

Letztlich bewegten wir 3.700 Kubikmeter Erde, verbauten 3.800 Meter PE-Rohr und 4.000 Meter Steuerkabel, installierten 114 Getriebeversenkregner, 29 Brauchwasser-Unterfluthydranten und ein Abwasserpumpwerk – und bohrten einen 48 Meter tiefen Brunnen für die Wasserversorgung.

Nah am Bürger, nah an der Natur.

Mitten in der Großstadt einen Ort zu schaffen, der Anwohnern wie Berlinbesuchern die Möglichkeit bietet, sich sportlich zu betätigen oder einfach nur innezuhalten: ein Ort für Bewegung, Spiel, Erholung und Begegnung. Weite sollte erlebbar werden, ein Gefühl von Gelöstheit entstehen.

Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die – wie wir finden – hervorragend umgesetzt wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Potsdamer Platz ist eine Oase entstanden, die dem Begriff Park eine völlig neue Dimension gibt. Weitläufige Rasenflächen wechseln sich ab mit historischen Relikten, lebhafte mit ruhigen Bereichen. Vom interkulturellen Rosenduftgarten über den Naturerfahrungsraum für Kinder bis zum Trendsportpark wurden Maßstäbe gesetzt.

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