Erneuerung des Wasserspiels Forum am Kanzleramt in Berlin
Hunderte Meter Rohrleitungen, eine neue Kiesfilteranlage und komplett programmierte SPS-Steuerung für die Wasserbilder.
Bundesumzug.
Anfang der Neunziger bewegte eine Frage die deutschen Gemüter: Sollte die politische Machtzentrale vom beschaulichen Bonn in die historisch schwer belastete ehemalige Hauptstadt Berlin umziehen? Hitzig wurden Argumente ausgetauscht – die einen sahen die Zukunft Deutschlands auf dem Spiel, die anderen wollten dem kleinen Bonn Parlament und Regierung lassen.
Schließlich wurde abgestimmt. Der Antrag auf Vollendung der Einheit Deutschlands bekam 338 Stimmen – ein Vorsprung von gerade einmal 18 Stimmen. Eine knappe Entscheidung mit gewaltigen Folgen für eine Stadt, die vor der Wende eher ärmlich und in fast dörflicher Atmosphäre vor sich hin existiert hatte.
Bundeswaschmaschine.
Jahrzehntelang hatte die politische Berichterstattung mit einem dahingeschmetterten „Bonn" begonnen. An „Berlin" musste man sich erst gewöhnen. Für die Abgeordneten und Bundesbeamten verschob sich die Arbeits- und Lebenswelt um fast 600 Kilometer nach Osten – und auch Berlin musste umgekrempelt werden. Das Regierungsviertel entstand, mit dem Band des Bundes quer über den Spreebogen.
Teil dieser Baugruppe ist das Bundeskanzleramt, entworfen von den Berliner Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank. In Berlin ist man nie verlegen, wenn es um Spitznamen geht: Der Fernsehturm heißt Telespargel, die Kongresshalle Schwangere Auster – und das Kanzleramt bekam wegen seiner runden Fensterfront kurz und bündig den Namen „Waschmaschine".
Bundeswasserspiele.
Weltweit waren Landschaftsarchitekten aufgerufen, sich am Wettbewerb zur Gestaltung der Parkanlage im Parlaments- und Regierungsviertel zu beteiligen. 1997 fiel die Entscheidung zugunsten des Berliner Büros Lützow 7. Wichtiger Bestandteil des Siegerentwurfs waren die interaktiven Wasserspiele – an deren Umsetzung wir damals teilhaben durften, was uns sehr stolz machte.
Entsprechend groß war unsere Begeisterung, als wir Jahre später mit Sanierung und Erweiterung der Anlage betraut wurden. Technisch und logistisch eine Herausforderung, der wir uns gern gestellt haben: Für den reibungslosen Betrieb wurden hunderte Meter Rohre verlegt, Schächte, Wasserwände und Umwälzpumpen erneuert, eine Kiesfilteranlage installiert, die Schalt- und Steuertechnik komplett ausgetauscht und die SPS-Steuerung zur Erzeugung der einzelnen Wasserbilder neu programmiert.
Mit weiteren Details möchten wir Sie an dieser Stelle verschonen. Wichtig ist uns aber, die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten zu erwähnen – bei der Auftraggeberin ebenso wie bei den Planern.
