Erneuerung der Beregnungsanlage auf dem Platz der Republik

Erneuerung der Beregnungsanlage vor einem der geschichtsträchtigsten Gebäude Deutschlands.

Dem Deutschen Volke.

Wohl kaum ein Gebäude spiegelt die deutsche Geschichte so wider wie der Reichstag. In zehnjähriger Bauzeit nach Entwürfen von Paul Wallot errichtet, wurde er 1894 fertiggestellt – im Tiergarten, am linken Ufer der Spree, als repräsentativer Sitz der Legislative des Deutschen Kaiserreichs.

Seine Funktion als Parlamentsgebäude konnte der Reichstag kaum 40 Jahre ausfüllen. In der Nacht zum 27. Februar 1933 geriet das Gebäude in Brand. Am Tag danach wurden die Grundrechte per Notverordnung außer Kraft gesetzt. Die Geschichte nahm ihren grauenvollen Lauf, und auch das Reichstagsgebäude wurde im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört.

Mehr als 40 Jahre im Dornröschenschlaf.

In Berlin findet man sicher nicht viele Menschen, die sich die Mauerzeiten ernsthaft zurückwünschen. Aber nicht wenige bezeichnen die Jahre von 1961 bis zum Mauerfall als die entspannteste Zeit im Riesenmoloch West-Berlin. Der Straßenverkehr war überschaubar, man fand Parkplätze und mit etwas Glück bezahlbaren Wohnraum.

Der Platz vor dem Reichstag glich an den Wochenenden einer riesigen Spielwiese. Es wurde gegrillt, Federball und Fußball gespielt – samstags fand man immer eine Truppe zum Bolzen. Schön war der Platz nicht, aber er wurde als Naherholungsgebiet genutzt. Berliner wissen sich eben zu helfen.

Nicht zu vergessen die Konzerte: 1987 traten hier zur 750-Jahr-Feier David Bowie, die Eurythmics und Genesis auf. Auf der Ostberliner Seite versammelten sich tausende Menschen am Brandenburger Tor, um ein paar Fetzen der Musik zu erhaschen. Das harte Auftreten der Staatsmacht provozierte Sprechchöre wie „Die Mauer muss weg". Denkbar, dass das der Beginn der friedlichen Revolution war.

Abgestimmt, beschlossen, begrünt.

Am 20. Juni 1991 stimmte der Bundestag über den künftigen Regierungssitz ab. Mit 338 zu 320 Stimmen machte Berlin das Rennen, gleichzeitig wurde die dauerhafte Nutzung des Reichstags als Plenargebäude beschlossen. Im Zuge des Umbaus nach Plänen von Sir Norman Foster wurde auch der knapp fünf Hektar große Platz davor neu gestaltet.

Inzwischen waren die Anlagen in die Jahre gekommen; Großveranstaltungen und die große Trockenheit der vergangenen Jahre taten ihr Übriges. Wir wurden damit beauftragt, die Beregnungsanlage inklusive Steuerung zu modernisieren: je 1.000 Meter Rohrleitungen und Steuerungskabel sowie 140 neue Getriebeversenkregner. Über die neue Steuerungsanlage lässt sich die Beregnung nun bequem per Computer oder App bedienen – von überall auf der Welt.

Natürlich sind wir ein bisschen stolz, dass wir an einem so geschichtsträchtigen Ort mit unserer Kompetenz zum Gelingen beitragen durften.

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