Springbrunnen und Beregnung im Rosengarten Treptower Park
Wiederherstellung des 1876 von Johann Peter Paul Bouché begründeten Rosengartens.
Ein Park im Park. Blühend und spritzig.
Von 1876 bis 1888 wurde aus einer „geregelten Ansammlung von Gehölzen bei Treptow" der 88 Hektar große Treptower Park. Nach Plänen des Städtischen Gartendirektors Gustav Meyer wurden 1,2 Millionen Mark aufgewendet, um einen Volkspark zu errichten – eine Neuerung dieser Zeit war, dass er allen Bürgern offenstand.
Die Geschichte machte auch vor diesem Park nicht halt: Von 1946 bis 1949 ließ die Sowjetische Militäradministration auf dem zentralen Areal das Sowjetische Ehrenmal errichten, das mit fast 100.000 Quadratmetern einen großen Teil des Parks einnimmt. Anlässlich des 20. Jahrestages der DDR wurde der Rosengarten mit 25.000 Pflanzen, unzähligen Plastiken und einem Springbrunnen nach Plänen von Prof. Hubert Matthes angelegt.
Waschbeton to go.
Für uns als echte Berliner war die Wiederherstellung des Rosengartens eine Herzensangelegenheit. Schließlich handelt es sich um einen sehr geschichtsträchtigen Ort, der lange im wahrsten Sinne des Wortes stiefmütterlich behandelt wurde. Ende der 1960er Jahre der letzte Schrei, heute eher nicht mehr nach jedermanns Geschmack: Dem Denkmalschutz entsprechend wurden die Plattenflächen originalgetreu mit Waschbeton erneuert.
Die vorhandenen Materialien wurden größtenteils wiederverwendet, hier und dort ergänzt. Die Pergola wurde saniert und konserviert, Hochbeete und Stufen wiederhergestellt. Auch die originalen Bänke und Papierkörbe durften nicht fehlen. Und der 1968 geplante, nie realisierte Ufersitzplatz an der Spree – so etwas wie ein Balkon mit Spreeblick – wurde endlich umgesetzt.
Für den Springbrunnen bewegten wir 1.200 Kubikmeter Erde und montierten 1.050 Meter Druck- und Abwasserleitungen. Damit der Brunnen aus 27 Düsen bis zu acht Meter hoch spritzen kann, installierten wir drei Pumpen, eine Wasseraufbereitungsanlage, zwei Filteranlagen und einen Technikschacht. Für die Beregnung kamen weitere 1.300 Kubikmeter Erde, 3.800 Meter Druckwasser- und 9.500 Meter Tropfwasserleitungen sowie ein 25 Meter tiefer Brunnen hinzu.
Zurück in die Zukunft.
„Anliegen der Entwicklungskonzeption ist es, den Rosengarten als Gestaltungselement des Parkes aus der DDR-Geschichte zu erhalten." So lautete ein Teil der Aufgabenstellung. Die Umgestaltung sollte diesem besonderen Ort gerecht werden.
Ein Ort, der viel gesehen hat und viel gesehen wurde. Ein Ort, der seine Geschichte nicht verleugnet. Ein Ort zum Betrachten und Verweilen, zum Flanieren und Genießen – und einer, der Geschichten erzählt, wenn man ihm lauscht. Was zu erhalten war, wurde erhalten; was unwiederbringlich verloren war, wurde nach Originalplänen wiederhergestellt. Mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail.
