Springbrunnen im Kleinen Tiergarten in Berlin-Moabit

Anlagenbauarbeiten in einer der geschichtsträchtigsten Grünanlagen Moabits.

Bonjour trifft Tach ooch.

Ein wenig Geschichte vorab: Es existieren nicht wenige Erklärungen für den Namen Moabit. Uns gefallen diese zwei am besten – das echt berlinerische „Moorjebiet", das darauf schließen lässt, dass es hier mal richtig feucht war, und die verkürzte Aussprache des französischen „mon habitat", die auf die ersten Bewohner des Gebietes verweist: die Hugenotten.

Bevor das Areal des heutigen Kleinen Tiergartens 1876 unter die Verwaltung der Stadt Berlin gestellt wurde, gehörte es als Jagdgebiet zum Gutsbezirk Jungfernheide. Im Lauf der Jahrhunderte wurde der Park immer wieder umgestaltet; so entstand auch die St. Johannis-Kirche nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel. Die Schäden des Zweiten Weltkriegs waren immens – erst ab 1958 wurde die Anlage neu geplant.

Au revoir tristesse. Hallo Nachbarn.

Der Kleine Tiergarten war sehr in Verruf geraten. Dunkle Ecken luden zum Verkauf und Konsum von Drogen ein, normale Bürger trauten sich kaum mehr in den Park – vor allem nicht in der Dunkelheit. Wer geht schon mit seinen Kindern auf einen Spielplatz, auf dem nicht selten benutzte Drogenbestecke herumliegen? Ein Schandfleck in einem eigentlich sehr schönen Stadtteil.

Es musste etwas geschehen. Und es geschah etwas: Im September 2011 begann die Planung zur Umgestaltung. Als elementares Projekt zur Aufwertung der Turmstraße im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Aktive Stadtzentren" wurde die schrittweise Umgestaltung in Angriff genommen. Das Ziel war klar – helle, einsehbare Parkräume, die alle Nutzergruppen einladen: sichere wie offene Aufenthaltsflächen, neue Wiesen, Sitzmöglichkeiten und ein Wasserbecken mit Springbrunnen.

Eau, wie schön. Wasser marsch.

Wasser übt eine große Faszination auf uns Menschen aus – vor allem, wenn es in Bewegung ist. Aus diesem Grund wurde viel Wert auf den Springbrunnen mit neun Fontänen gelegt, der den Kleinen Tiergarten heute ziert. Wie sich schon nach kurzer Zeit zeigte, ist er ein echter Besuchermagnet: Kinder nutzen ihn zum Spielen, Erwachsene genießen das beruhigende Plätschern.

Damit der Brunnen in voller Pracht wirken kann, mussten wir 900 Kubikmeter Erde bewegen, 700 Meter Rohr verlegen und einen Technikschacht errichten. Darüber hinaus installierten wir eine UV-Anlage, eine Kiesfilteranlage sowie eine Dosieranlage.

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