Umbau der Plansche Weydemeyerstraße in einen Wasserspielplatz
Umbau einer Plansche in einen Wasserspielplatz – damit Familien lange Fahrten ins Umland erspart bleiben.
Spielen macht schlau.
Wer erinnert sich nicht daran, mit wie wenig wir als Kinder eine ganze Welt erschaffen konnten. Nicht Spielzeug war angesagt, sondern draußen mit Sand und Matsch zu spielen, kleine Boote aus Rinde zu bauen, ein Stöckchen als Mast, ein Blatt als Segel. Nach Hause ging es bestenfalls zum Essen – und zum Schlafen erst, wenn die Hand vor Augen kaum noch zu sehen war.
Sehen Sie sich heute an den Ufern der unzähligen Berliner und Brandenburger Seen um: Gedankenverloren und voller Hingabe spielen die Kinder mit nichts anderem als Wasser, Sand und dem, was man sonst so findet. Nur ist im Berliner Innenstadtbereich weder Ufer noch Strand zu finden. Um auch Großstadtkindern diesen Spaß zu ermöglichen, entstanden vor Jahrzehnten die ersten Wasserspielplätze.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass freies Spielen ebenso gesund wie intelligenzfördernd ist. Wurden vor einigen Jahren noch Lernspiele empfohlen, die Kinder auf den Ernst des Lebens vorbereiten sollten, ist heute das freie Spiel das Gebot der Stunde.
Schluss mit Planschen.
Um Familien lange Fahrten ins Umland zu ersparen, wurden in Stadtteilen wie Hohenschönhausen oder Marzahn sogenannte Kinderplanschen gebaut. Seit den 1960er Jahren boten sie hunderten Kindern und auch Erwachsenen kostenlose Erfrischung – hörbar ausgelassen, ein Paradies mitten zwischen den Hochhäusern.
Mit der Wende folgte die massenhafte Stilllegung. Zu teuer, technisch nicht auf dem neuesten Stand, hygienisch bedenklich. Jahrelang passierte nichts, die Planschen lagen von Unkraut überwuchert brach.
Erst nach Jahren besann man sich. Die Anforderungen hatten sich grundlegend geändert: Planschbecken mit Wasserstau sind nicht mehr erlaubt, heute werden Sprühsäulen elektronisch gesteuert. Wasser sprüht nicht dauerhaft, sondern in Intervallen – das spart Geld und fördert die Hygiene.
Licht am Ende des Tunnels.
Dass die Plansche in der Weydemeyerstraße erhalten werden sollte, war lange klar. 2014 begann die konkrete Planung für den Umbau zum Wasserspielplatz, unter Bürgerbeteiligung 2016 abgeschlossen, im November desselben Jahres Baubeginn. Bis zur feierlichen Eröffnung im August 2018 haben wir so manchen Spatenstich getan und die eine oder andere Leitung verlegt.
Im Einzelnen heißt das: rund 475 Meter Druckrohrleitungen, etwa 100 Meter Entwässerungsleitungen und 280 Meter Steuerungskabel, für die wir sämtliche Erdarbeiten ausführten. Unsere Mitarbeiter bauten 10 Magnetventile zur Ansteuerung der Wasserattraktionen ein und installierten eine Steuerungsanlage für den automatischen, witterungsabhängigen Betrieb.
Im sichtbaren Bereich entstanden 8 Bediensäulen, 2 Sprühstelen, 2 Wassersäulen, 3 Standduschen, 4 Mauerdüsen, eine Spielplatzpumpe und 14 Bodendüsen. Jetzt hoffen wir, dass die Kinder genauso viel Spaß haben wie früher ihre Eltern und Großeltern in der Plansche.
